Restrukturierung
statt Insolvenz
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Turnaround

Turnaround ist die Wende eines in einer wirtschaftlichen Krise befindlichen Unternehmens von der existenzgefährdenden Verlustzone in eine langfristige überlebenssichernde Gewinnsituation. Auch allgemein verwandt im Sinn eines Herausbringens aus einer Verlustsituation oder auch im Sinn von Trendwende.

Eine Turnaround-Situation liegt konkret vor, wenn ein Unternehmen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren starke Gewinnrückgänge oder Verluste verzeichnet, welche eine ernsthafte Bedrohung der Existenz des Unternehmens darstellt und sofortige Gegenmaßnahmen erfordern. Ein dauerhafter Ergebnisrückgang eines Unternehmens kann zwei Ursachen haben:

Die Folge einer generellen und/oder konjunkturell bedingten Nachfrageveränderung in der Branche kann eine Ursache sein. Diese führt zu einem verstärkten Branchenwettbewerb mit der Auswirkung geringerer Gewinnmargen oder gar Verluste, da der zu verteilende „Kuchen“ kleiner wird und letztendlich auch die Existenz des Unternehmens in der Branche bedroht.

Auch unternehmensspezifische Ursachen können zu einem Turnaround führen. Hier resultiert ein Ergebnisrückgang aus einer mangelnden Anpassung an veränderte Wettbewerbsbedingungen. Veränderte Kundenbedürfnisse oder ein Wandel im Wettbewerbsumfeld, z.B. durch das Auftreten weiterer Anbieter, neue Produkte und Technologien sind typische unternehmensspezifische Ursachen. Werden diese nicht rechtzeitig erkannt, so werden auch keine notwendigen Anpassungsmaßnahmen getroffen.

Ein erfolgreicher Turnaround-Prozess umfasst in der Regel vier Phasen. In der ersten Phase, welche bis zu vier Wochen dauern kann, geht es darum, die Liquidität sicher zu stellen. Hierzu gilt es unter Umständen, die Liquiditätsreserven des Unternehmens freizulegen. Dies kann beispielsweise durch den Verkauf von nicht mehr benötigten Wirtschaftsgütern erfolgen, und/oder auch durch die Auflösung von Festgeldkonten. Stehen beide Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung, so bleibt gegebenenfalls nur noch die Möglichkeit von Einlagen der Gesellschafter. Ohne Sicherstellung ausreichender Liquidität ist es für den Verantwortlichen eine gefährliche Gratwanderung, denn während des „Turnaround“ kommen oft unerwartete Hürden, die im Turnaround-Konzept und den Planungen nicht vorhergesehen werden können. Die Stabilisierung des Unternehmens steht im Vordergrund. Und die kann nur bei ausreichender Liquidität erreicht werden.

Der Einsatz eines erfahrenen Krisenmanagers wird erforderlich. Die Interessen und Aktivitäten aller Beteiligten sind zu koordinieren. Eine erste Schwachstellenanalyse muss die Krisenfaktoren offenlegen. Und es muss ein geeignetes Restrukturierungsteam gebildet werden.

Ist die Liquidität gesichert, kann die zweite Phase des Turnaround erfolgen. Diese dauert etwa ein bis zwei Monate und besteht in der Erfassung und der Analyse aller Unternehmensbereiche. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird dann mit den für das Unternehmen Verantwortlichen ein umsetzungsfähiges Sanierungs- bzw. Restrukturierungskonzept erarbeitet und das rekrutierte Restrukturierungsteam dementsprechend eingesetzt. Anhand der Unternehmens- und Marktanalysen gilt es ein Restrukturierungs- bzw. Sanierungskonzept zu erstellen und zu präsentieren. Dies wird heutzutage oft auch von den Kreditgebern, zum Beispiel den Banken, gefordert.

Die dritte Phase des Turnaround kann beginnen. Hier wird mit einem Durchführungszeitraum je nach Komplexität von drei bis zwölf Monaten gerechnet. Dies betrifft die Umsetzung des Sanierungs- bzw. Restrukturierungskonzeptes, sowohl strategisch als auch organisatorisch. Die Strukturveränderungen sind einzuführen und die Restrukturierungsmaßnahmen müssen durchgesetzt werden. Parallel hierzu ist ein permanentes Controlling notwendig, um die Auswirkungen der Maßnahmen zu überprüfen. Aufbauend auf diese Erkenntnisse ist ein langfristiges Unternehmenskonzept zu entwickeln.

Die vierte Phase, welche einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren beansprucht, hat auf Basis des langfristigen Unternehmenskonzepts die Neuausrichtung zu sichern. Die Strukturveränderungen sind zu stabilisieren. Die Kernkompetenzen des Unternehmens gilt es zu forcieren und weitere Erfolgspotentiale zu suchen. Nach Erreichen der Stabilität und des wirtschaftlichen Erfolgs ist durch ein ständiges Controlling das Unternehmen zu überwachen. Nur so können bei Abweichungen sofort Maßnahmen für eine Kurskorrektur ergriffen werden. Ebenso wird verhindert, dass das Unternehmen in die alten Strukturen zurückfällt, welche die existenzgefährdende Krise ausgelöst hat.

Zusammengefasst gibt es für einen erfolgreichen Turnaround drei Säulen. Zunächst ist dies die Sicherung der Liquidität und der Erstellung eines realistischen Turnaroundkonzepts.

Danach muss der Turnaround über ein erfahrenes Turnaroundmanagement herbeigeführt werden. Dieses Management sollte über ausreichende Erfahrung in Krisensituation verfügen.

Dadurch kann über ein durchsetzungsfähiges Umsetzungsmanagement die Restrukturierung realisiert werden. Erfolgen auf den Ergebnisrückgang nachhaltige Renditesteigerungen über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahre, welche das Unternehmen in die Gewinnzone in den Bereich wieder zurückführt, welches es vor dem Turnaround erreicht hatte, kann der Turnaround als erfolgreich angenommen werden.

Die Erstellung eines Turnaroundkonzepts und der darauffolgende Turnaroundprozess können sich über mehrere Monate hinziehen. Dies kann unter Umständen schon zu lange sein, und unterdessen die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit besteht. Somit wird eine außergerichtliche Sanierung nicht mehr möglich sein. Es besteht dann jedoch die Möglichkeit der EIGENVERWALTUNG / SCHUTZSCHIRMVERFAHREN.

In diesem Fall werden wir prüfen, ob diese sogenannte Eigenverwaltung nach §§ 270 bis 285 InsO möglich ist. Die Voraussetzungen für eine Eigenverwaltung, auch Schutzschirmverfahren genannt - sind im § 270 der Insolvenzordnung festgelegt:

(1) Der Schuldner ist berechtigt, unter der Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über sie zu verfügen, wenn das Insolvenzgericht in dem Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Eigenverwaltung anordnet. Für das Verfahren gelten die allgemeinen Vorschriften, soweit in diesem Teil nichts anderes bestimmt ist. Die Vorschriften dieses Teils sind auf Verbraucherinsolvenzverfahren nach § 304 nicht anzuwenden.

(2) Die Anordnung setzt voraus,

1. dass sie vom Schuldner beantragt worden ist und

2. dass keine Umstände bekannt sind, die erwarten lassen, dass die Anordnung zu Nachteilen für die Gläubiger führen wird.

(3) Vor der Entscheidung über den Antrag ist dem vorläufigen Gläubigerausschuss Gelegenheit zur Äußerung zu geben, wenn dies nicht offensichtlich zu einer nachteiligen Veränderung in der Vermögenslage des Schuldners führt. Wird der Antrag von einem einstimmigen Beschluss des vorläufigen Gläubigerausschusses unterstützt, so gilt die Anordnung nicht als nachteilig für die Gläubiger.

(4) Wird der Antrag abgelehnt, so ist die Ablehnung schriftlich zu begründen; § 27 Absatz 2 Nummer 4 gilt entsprechend.

Darauf folgt nach § 270a InsO das Eröffnungsverfahren; Gesetzestext:

(1) Ist der Antrag des Schuldners auf Eigenverwaltung nicht offensichtlich aussichtslos, so soll das Gericht im Eröffnungsverfahren davon absehen,

1. dem Schuldner ein allgemeines Verfügungsverbot aufzuerlegen oder

2. anzuordnen, dass alle Verfügungen des Schuldners nur mit Zustimmung eines vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam sind.

Anstelle des vorläufigen Insolvenzverwalters wird in diesem Fall ein vorläufiger Sachwalter bestellt, auf den die §§ 274 und 275 entsprechend anzuwenden sind.

(2) Hat der Schuldner den Eröffnungsantrag bei drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt und die Eigenverwaltung beantragt, sieht das Gericht jedoch die Voraussetzungen der Eigenverwaltung als nicht gegeben an, so hat es seine Bedenken dem Schuldner mitzuteilen und diesem Gelegenheit zu geben, den Eröffnungsantrag vor der Entscheidung über die Eröffnung zurückzunehmen.

Deshalb bieten wir Ihnen hier an, eine Vorbereitung einer Sanierung gemäß § 270b Abs. 1 Satz 3 der Insolvenzordnung (InsO) vorzunehmen.

Diese ist im § 270b InsO gesetzlich geregelt:

(1) Hat der Schuldner den Eröffnungsantrag bei drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gestellt und die Eigenverwaltung beantragt und ist die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos, so bestimmt das Insolvenzgericht auf Antrag des Schuldners eine Frist zur Vorlage eines Insolvenzplans. Die Frist darf höchstens drei Monate betragen. Der Schuldner hat mit dem Antrag eine mit Gründen versehene Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder Rechtsanwalts oder einer Person mit vergleichbarer Qualifikation vorzulegen, aus der sich ergibt, dass drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, aber keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt und die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist.

(2) In dem Beschluss nach Absatz 1 bestellt das Gericht einen vorläufigen Sachwalter nach §270a Absatz 1, der personenverschieden von dem Aussteller der Bescheinigung nach Absatz 1 zu sein hat. Das Gericht kann von dem Vorschlag des Schuldners nur abweichen, wenn die vorgeschlagene Person offensichtlich für die Übernahme des Amtes nicht geeignet ist; dies ist vom Gericht zu begründen. Das Gericht kann vorläufige Maßnahmen nach § 21 Absatz 1 und 2 Nummer 1a, 3 bis 5 anordnen; es hat Maßnahmen nach § 21 Absatz 2 Nummer 3 anzuordnen, wenn der Schuldner dies beantragt.

(3) Auf Antrag des Schuldners hat das Gericht anzuordnen, dass der Schuldner Masseverbindlichkeiten begründet. § 55 Absatz 2 gilt entsprechend.

(4) Das Gericht hebt die Anordnung nach Absatz 1 vor Ablauf der Frist auf, wenn

1. die angestrebte Sanierung aussichtslos geworden ist;

2. der vorläufige Gläubigerausschuss die Aufhebung beantragt oder

3. ein absonderungsberechtigter Gläubiger oder ein Insolvenzgläubiger die Aufhebung beantragt und Umstände bekannt werden, die erwarten lassen, dass die Anordnung zu Nachteilen für die Gläubiger führen wird; der Antrag ist nur zulässig, wenn kein vorläufiger Gläubigerausschuss bestellt ist und die Umstände vom Antragsteller glaubhaft gemacht werden.

Der Schuldner oder der vorläufige Sachwalter haben dem Gericht den Eintritt der Zahlungsunfähigkeit unverzüglich anzuzeigen. Nach Aufhebung der Anordnung oder nach Ablauf der Frist entscheidet das Gericht über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

§ 270c Bestellung des Sachwalters

Bei Anordnung der Eigenverwaltung wird anstelle des Insolvenzverwalters ein Sachwalter bestellt. Die Forderungen der Insolvenzgläubiger sind beim Sachwalter anzumelden. Die §§ 32 und 33 InsO sind nicht anzuwenden.

Sie als Geschäftsführer haben bei der Eigenverwaltung den Vorteil, dass die Geschäfte weiterhin von Ihnen geführt werden.

Ebenso hat Ihnen der Gesetzgeber durch das Insolvenzgeld bzw. dessen Vorfinanzierung ein Mittel zur Liquiditätsschöpfung geschaffen, dessen Zweck die Absicherung der Betriebsfortführung in der Insolvenz ist, ohne dass dabei Masseverbindlichkeiten ausgelöst werden (§ 55 Abs. 3 InsO).

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